Heute, am 11. Dezember, bei kalt-nassem Wetter, verbrachte manch einer einen gemütlichen,  vorweihnachtlichen Freitagabend auf der heimischen Couch bei warmen Punsch und köstlichem Gebäck.
Im Gegensatz dazu fröhnten die Hamborner Volleyballerinnen ihrer Sportlichkeit und machten sich hochmotiviert auf den Weg in den wunderschönen Duisburger Stadtteil Rumeln, um dort, um 20 Uhr, das Pokal-Halbfinale gegen den Rumelner TV anzutreten.

Entgegen aller Erwartungen, aber wie versprochen, erstrahlte die Rumelner Sporthalle in einem hell scheinenden Lichte, wo sich, gelockt von kostenlosem alkoholischem Hefetrunk, Rumelner Zuschauer zahlreich auf der Tribüne angesammelt hatten.
Davon unbeeindruckt betrat die Hamborner Mannschaft mit einem dezimierten Kader das Feld.

Nach einer intensiven Einspielphase bei aufhellender, abgestimmter musikalischer Begleitung, gingen die Hambornerinnen mit guter Laune und höchster Ambition zum Einschlagen ans Netz.

Schon während der Einschlagphase zeigten sich anfängliche Abstimmungsprobleme beim Stellspiel, die sich hoffentlich vor Beginn des ersten Satzes regulieren lassen sollten.

Hamborner Trainer, Christoph Körngen, war diesbezüglich guter Dinge und schickte selbstbewusst eine Startsechs in neuer Konstellation in den ersten Satz.
So besetzten Nane Pumplun und Ines Becher die Positionen über Mitte, Romina Zakrzewski und Kathy v. d. Löcht wurden über die Außenpositionen ins Spiel gebracht. Antonia Wassenberg und Britta Prasse bildeten das Gegenspielerpaar der Posten Diagonal und Zuspiel.

Das lautstarke Gegröhle, aus Richtung Tribüne, signalisierte deutlich, dass der erste Satz begonnen hatte. In der Hoffnung, dass der Lautstärkepegel der Zuschauerzurufe, die Hamborner Volleyballerinnen aus der Ruhe bringe, setzte die Tribünenbesetzung mit Trommeln und Gebrüll noch eine Schippe drauf und verpasste dem Spiel einen typischen Duisburger-Ultras-Flair. Man sollte meinen, dass sich die Volleyballerinnen aus dem Herzen Duisburgs unter dieser Geräuschkulisse eher heimisch fühlen sollten. Dies war allerdings nicht der Fall und so verschenkten die Hambornerinnen die so wichtigen ersten Punkte an die Gegnerinnen des RTVs und fuhren einen deutlichen Rückstand ein.
Die Mannschaft aus Hamborn kam schließlich im ersten Satz nicht wirklich ins Spiel, denn durch eigene Konzentrations- als auch Abstimmungsprobleme konnte auf der eigenen Feldseite kein Spielzug richtig ausgeführt werden. Viele technische Fehler schlichen sich zusätzlich ein und somit überließen die Hambornerinnen dem RTV den ersten Satz als auch nötiges Selbstvertrauen für den zweiten Satz.

Advent, Advent, der erste Satz, der brennt. Dies sollte es allerdings nicht im zweiten Satz heißen.
Nach ernsten Worten des Trainers in der Satzpause, war das Ziel für den kommenden Satz gesetzt: Konzentriert das eigene Spiel aufbauen, Punkte einfahren und nicht mehr als 45 Punkte für den Rest des Spiels abgeben (Für die Matheprofis unter uns: nicht mehr als 15 Punkte in jedem folgenden Satz wollten die Hambornerinnen dem RTV überlassen).

Der zweite Satz begann und der MTV Union Hamborn betrat mit gleicher Besetzung das Feld.
Schnell zeigte sich, dass die Hambornerinnen, trotz der ansteigenden Lautstärke und aggressiver klingenden Zurufe der Tribüne, besser den Weg ins Spiel fanden. Die Annahme funktionierte besser als zuvor und so konnte durch abgestimmteres Stellspiel der Angriff Punkten. Nichtsdestotrotz gab es noch einige Unstimmigkeiten auf der eigenen Spielfeldseite, gerade bei kurz gelegten Bällen, als sich zwei Spielerinnen in den Weg kamen und letztlich niemand einen Pass daraus zaubern konnte. Die Hambornerinnen kämpften nun um jeden Punkt, konnten den zweiten Satz allerdings nicht stark dominieren, immer mal wieder scheiterte das Punkten an eigenen kleinen Fehlern. Christoph Körngen entschied sich in dieser Situation für einen Wechsel und Jana Dubiel kam für Romina Zakrzewski ins Feld. Die Gegnerische Mannschaft versuchte jedoch auch den Hamborner Volleyballerinnen die Stirn zu bieten und hechteten jedem kurz gelegten Ball hinterher, bis das Spiel auf der gegnerischen Seite einbrach, und sich eine Spielerin im Kampf um den Ball scheinbar sehr schwer verletzt hatte. Anstatt einen direkten Wechsel aufgrund der verletzten Spielerin durchzuführen vergingen einige Minuten, die Rumelnerinnen zur Traube zusammen gekommen, schockerstarrte Gesichter blicken sich an um letztlich festzustellen: der Fuß ist noch dran und die Spielerin lebt (In diesem Sinne wünschen wir der Verletzten eine schnelle Genesung von Herzen). Ein regulärer Wechsel fand dann doch verzögert statt, aber die Gegnerinnen hatten den Hambornerinnen dann nichts mehr entgegenzusetzen. So entschied sich der zweite Satz mit 25:15 für Hamborn, und damit war das Soll für diesen Satz schonmal erfüllt.

Der dritte Satz gestaltete sich zunächst reibungslos für die Hambornerinnen. Kleine Veränderungen in der Aufstellung wurden vorgenommen und so kam die sonst starke Diagonalspielerin Lea Tritschler ungewohnterweise auf der Außenposition für Kathy v.d. Löcht zum Einsatz.
Selbstsicher und gezielt legte die Diagonalspielerin Antonia Wassenberg eine starke Aufschlagserie hin und erbrachte der eigenen Mannschaft so einen sicheren Vorsprung. Nicht nur die gegnerischen Spielerinnen, sondern auch deren Zuschauer, zeigten sich eingeschüchtert, es wurde ruhiger in der Rumelner Halle und die Hamborner Volleyballerinnen konnten den Satz mit 25:9 deutlich für sich entscheiden.

Mit dem Vorsatz das Spielverhalten auch für den letzten Satz beizubehalten und das Spiel für sich zu entscheiden zog die Hamborner Mannschaft in den vierten Satz.
Die Zuschauertribüne wollte die Rumelner Mannschaft nochmal lautstark unterstützen und die Stimmung wurde hitzig und ein Hauch von Aggressivität war zu verspüren, denn scheinbar stieg diese exponentiell mit dem Zuwachs des Alkoholspiegels. Unpassende Zurufe in Richtung Hamborner Spielfeldseite ließen sich vermerken, aber auch das Schiedsgericht wurde davon nicht verschont. Die Hambornerinnen ließen sich dadurch nicht beeinflussen und spielten ein adäquates Spiel. Wieder fand ein ungewohnter Wechsel statt, der aber für die Variabilität der Hambornerinnen spricht: die Außenangreiferin Romina Zakrzewski kam für den Mittelangriff von Nane Pumplun voller Elan wieder zurück ins Spiel.
Im vierten Satz konnten so einige druckstarke Angriffe über die Außen- und Diagonalposition verbucht werden, und auch das Stellspiel zeigte sich mit einigen Rückraumvorlagen variabler denn zuvor.
Peinlich berührt aufgrund der tosenden Zuschauer schienen die Spielerinnen des RTVs und sahen dem Satz- und Spielende entgegen. Der MTV Union Hamborn gewann schließlich wie erwartet das Pokalhalbfinale mit 3:1 gegen den Kreisligisten RTV.

Als Resümee könnte man festhalten, dass die Hamborner Mannschaft sich zwar nicht mit einer spielerischen  Glanzleistung präsentierte, jedoch unter der Prämisse, dass den darauffolgenden Samstag ein wichtiges Ligaspiel gegen Sevelen anstand, ist das Spielen auf Sparflamme taktisch nur klug gewesen. Für Samstag heißt es, die eingesparten Energien im Spiel gegen Sevelen vollkommen zu nutzen und das eigene Spiel schon ab dem ersten Satz in Gang zu bringen. Das Unverständnis der Rumelner Zuschauer "Zwei Ligen höher, keiner weiß warum!" ließe sich also dementsprechend beantworten. Anderenfalls die leise Anmerkung, dass die Sinneswahrnehmung durchaus durch alkoholischen Einfluss getrübt werden kann.

Letztlich wird im kommenden Monat das Traumpokalfinale stattfinden: Hamborn II gegen den Landesligisten Hamborn I. Der Pokal wird demnach unter allen Umständen den Weg nach Hamborn finden. In einer spannenden Begegnung wird sich der Kampf um den begehrten Pokal also in Hamborn entscheiden. Dabei hoffen wir sehr auf lautstarke Unterstützung und laden herzlichst dazu ein das Spiel live mitzuverfolgen! Der Termin für das Pokalfinale wird dazu noch bekannt gegeben und wir können versichern, dass für das leibliche Wohl gesorgt sein wird! Bis dahin wünscht der MTV Union Hamborn allen eine besinnliche Vorweihnachtszeit. In diesem Sinne: HAMBORN GOOOO!